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November 2008

News > November 2008 > Steuerspar-Checkliste zum Jahreswechsel 2008/09

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Steuerspar-Checkliste zum Jahreswechsel 2008/09

Wichtige Steuertipps:

1. Abgeltungsteuer ab 1.1.2009

Der Abgeltungsteuer von 25 % (zzgl. SoliZ, ggf. KiSt) unterliegen Kapitalerträge und Veräußerungen von Kapitaleinlagen (auch unter 1%ige GmbH-Beteiligungen mit einer Behaltedauer von über einem Jahr), die im Privatvermögen gehalten werden (Ausnahme besteht bei Dividendeneinkünften, falls Gesellschafter zu mindestens 25 % beteiligt oder bei einer Beteiligung von mindestens 1 % für die Kapitalgesellschaft berufstätig sind. In diesen Fällen kann auf Antrag die Besteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren gewählt werden). Auf Antrag können diese Einkünfte in die Einkommensteuerveranlagung einbezogen werden (sog. „Günstigerprüfung“).

Zwei wichtige (von mehreren) Folgen der Abgeltungsteuer:

  • Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens
  • Wegfall der Veräußerungsfrist (von einem Jahr für unter 1%ige GmbH-Beteiligungen mit einer Behaltedauer von über einem Jahr)

Beabsichtigen Sie, unter 1%ige GmbH-Beteiligungen zu erwerben und länger als ein Jahr zu behalten, sollte der Anschaffungszeitpunkt vor dem 1.1.2009 liegen. Für Anteile, die bis zu diesem Zeitpunkt erworben wurden, gilt noch die alte Rechtslage:

Ein Veräußerungsgewinn ist steuerfrei.

2. Geringwertige Wirtschaftsgüter und Poolbesteuerung

Bewegliche, selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter mit einem Nettowert (ohne Umsatzsteuer) von weniger als 150 €, die ab 1.1.2008 angeschafft, hergestellt oder in ein Betriebsvermögen eingelegt werden, gelten als geringwertige Wirtschaftsgüter und sind sofort in voller Höhe abzuschreiben.

Bei einem Wert von mehr als 150 € und bis zu 1.000 € netto sind diese zwingend in einem Sammelposten zu erfassen und einheitlich über einen Zeitraum von fünf Jahren = 20 % jährlich abzuschreiben.

3. Gewinnverlagerung in das Jahr 2009 beim Bilanzierer

Im Jahresabschluss sind unfertige Erzeugnisse (Halbfabrikate), Fertigerzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen (halbfertige Arbeiten) nur mit den bisher angefallenen Kosten zu aktivieren. Die Gewinnspanne wird erst mit der Auslieferung des Fertigerzeugnisses bzw. mit der Fertigstellung der Arbeit realisiert. Anzahlungen sind noch nicht ertragswirksam einzubuchen, sondern als Passivposten.

Daher: Mit Abnehmern die Auslieferung des Fertigerzeugnisses – wenn möglich – für den Jahresbeginn 2009 vereinbaren. Arbeiten sollten erst mit Beginn 2009 fertig gestellt werden. Genaue Dokumentation für das Finanzamt.

4. Glättung der Steuerprogression beim Einnahmen-Überschuss-Rechner (EÜR)

Möglichkeit der Gewinnverlagerung:

Beim EÜR ist grundsätzlich darauf zu achten, dass nur Zahlungen ergebniswirksam sind bzw. den Gewinn verändern und nicht der Zeitpunkt des Entstehens der Forderung oder Verbindlichkeit, wie dies bei der doppelten Buchhaltung der Fall ist. Beim Zufluss-Abfluss-Prinzip ist jedoch für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben (z. B. Löhne, Mieten, Versicherungsprämien, Zinsen) die zehntägige Zurechnungsfrist zu beachten. Einnahmen bzw. Ausgaben sind innerhalb dieser Frist dem Geschäftsjahr zuzurechnen, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Beispiel: Die Lohnzahlungen oder Prämien für Dezember 2008, die am 10.1.2009 bezahlt werden, gelten aufgrund der zehntägigen Zurechnungsfrist noch im Dezember 2008 als bezahlt.

5. Steuerfreie Weihnachtsgeschenke

Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 40 € inklusive Umsatzsteuer, die dem Arbeitnehmer oder seinen Angehörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses (z. B. Weihnachten oder Geburtstag) zugewendet werden, bleiben steuer- und sozialversicherungsfrei. Wird diese Freigrenze jedoch überschritten, sind die gesamten Zuwendungen zu versteuern. Dabei kann seit 2007 ein Pauschalsteuersatz von 30 % in Anspruch genommen werden. Betriebsveranstaltungen wie Weihnachtsfeiern sind bis zur Freigrenze von 110 € steuerfrei (maximal zwei Veranstaltungen pro Jahr).

Unmittelbar ab 1.1.2009 ist zu beachten:

1. Wechsel in der privaten Krankenversicherung

Bisher Privatversicherte können im 1. Halbjahr 2009 in den neuen Basistarif wechseln und ihre angesammelten Alterungsrückstellungen mitnehmen. Damit ist für bisher schon Privatversicherte der uneingeschränkte Wechsel in den günstigeren Basistarif nur im 1. Halbjahr 2009 möglich. Danach kommt ein Wechsel in den Basistarif in der eigenen Krankenkasse nur noch in Betracht, wenn die Versicherten über 55 Jahre alt, eine Rente oder Beamtenpension beziehen oder nachweislich die Versicherungsprämie nicht mehr aufbringen können oder hilfsbedürftig sind.

2. ab Zustimmung des EU-Rates (zu erwarten im 1. Quartal 2009): 50%iger Ausschluss des Vorsteuerabzugs bei unternehmensfremder Verwendung des Betriebs-PKW

Von der Einschränkung des 50%igen Vorsteuerabzugs sind Fahrzeuge erfasst, die sowohl für unternehmerische (zumindest 10 %) als auch für unternehmensfremde Zwecke verwendet werden. Das betrifft alle Fahrzeuge von Einzelunternehmern, Landwirten, Freiberuflern und Gesellschafter von Personengesellschaften, die von diesem Personenkreis selbst genutzt werden.

Im Gegenzug entfällt die bisher notwendige Besteuerung der nichtunternehmerischen Verwendung als unentgeltliche Wertabgabe.

Stand: 15. Oktober 2008

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